Maria Magdalena
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Dienstag, den 13.05.2008:
Karl-Herbert und Flora Gödde aus Düsseldorf schrieben

Mein Mann und ich haben am vergangenen Freitag die Premiere "Maria Magdalena" von Friedrich Hebbel sehen dürfen und sind beide sehr begeistert. Anna Kubin, die wir bis dahin immer als langweilig und blass-deutsch empfanden (vor allem in "Emilia Galotti) steigt wie Phönix aus der Asche - ihr differenziertes Spiel, ihre Kraft und Körperlichkeit sind einfach nur toll! Da sieht man mal, dass ein anderer Regisseur in einem Schauspieler andere Seiten herauskitzeln kann. Auch Matthias Leja in seiner bedrohlichen Ruhe war ganz hervorragend. So wie grundsätzlich das gesamte Ensemble: Michele Cuciuffo als liebender Karrierist ist so kleinteilig genau, dass das auch in Reihe 13, wo wir saßen, einem vom Stuhl fegt.

Die Highlights des Abends: der Kinderchor und der Schluss. Wenn sich die protestantische Gesangsebene, die heile, friedliche Welt mit einem Amoklauf verbindet und "Fangt Euer Tagwerk fröhlich an" geschmettert wird, ist das nicht nur wirkungsvoll, sondern extrem klug von Stefan Rottkamp und seinem Team auf den Punkt gebracht, es geht nicht mehr um ungewollte Schwangerschaft und den daraus resultierenden Suizid, sondern um Menschen, die verzweifeln. Eine junge Frau in einer patriarchalischen Welt: das ist aktuell bis in die Gegenwart.

Wir bedanken uns sehr herzlich für diesen fulminanten Abend.

 

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